Björn erzählt…

Da Henning wohl grade besseres zu tun hat als diesem Blog ein Update zu verpassen, werde ich die Lücke nutzen um meine Erlebnisse als Gast in Hernani hier zu verewigen.

Henning hat mich im Januar gefragt, ob ich nicht vorbei kommen wolle, er hätte Platz und Zeit und es wäre sicher ne tolle Zeit.

Und ich hab einfach Ja gesagt

Ich bin am 13. April um ca. 6°° Uhr morgens in Tacloban gelandet. Der Flughafen hat meine Erwartungen untertroffen, Er war ungefähr so groß wie ein 2 Familienhaus, man ist direkt auf der Landebahn ausgestiegen und neben seinem Gepäck zur Arrival Halle gegangen.

Ich war tierisch aufgeregt. Die einzige Sicherheit die ich hatte, allein unter Leuten die Englisch mittelprächtig sprechen, war Hennings Handynummer. Aber er war da: groß, braun, blond.

Die ganze Rückfahrt, vom Flughafen zum Van-Terminal, und von Tacloban letztendlich nach Hernani kam mir komplett irreal vor, ich war einfach noch nicht wirklich da, total übermüdet und dieses Land einfach zu tropisch und weit weg, als dass ich alles auf einmal begreifen konnte.

Hernani war klein und ländlich, so wie ich es mir vorgestellt habe. Viele Kinder und Hunde auf der Straße, Palmen,  Bambushütten überall. Meine Bleibe für die nächsten 3 Wochen war komfortabler als ich es mir vorgestellt hatte. Ich wusste ich musste auf einigen Kram verzichten, aber damit hatte ich kein Problem.

Nach einem Frühstück hab ich mich gegen Mittag von Henning doch noch breitschlagen lassen mich hinzulegen, ich war zu müde um müde zu sein. Henning hat in seinem Zimmer mein Bett eingerichtet: Matratze und Mückennetz.

Als ich aufgewacht bin war es dunkel,  ich dachte mitten in der Nacht. Tatsächlich war es ca. 8°° Uhr.

Da hab ich dann auch Simeon kennengelernt, Hennings Mitbewohner. Wir haben noch ein reichhaltiges Abendessen von unserer Gastmutter Mana Gloria bekommen, dann gings wieder ins Bett.

Ich hab es da schon kaum durchgehalten mein Reisetagebuch jeden Tag so detailliert zu beschreiben. Ich denke ich werde deshalb hier auch nur einige Höhepunkte meines Aufenthaltes zeigen.

Leider fing die schöne Zeit mit einer nicht so schönen Zeit an. Am Donnerstag Abend haben wir uns mit Bus nach Norden aufgemacht. Ziel war South Luzon und dort mit Walhaien zu schnorcheln.

Aber im Nachhinein war auch in diesem Fall der Weg das Ziel, denn 24 Stunden Fahrt pro Weg waren am Ende leider intensiver als 2 Stunden unentspanntes Schnorcheln mit einem Wahlhai und viel zu vielen Menschen.

Hennings Chef, den wir mal im Büro besucht haben, hat uns zu einem Karaokeabend eingeladen. Meine Liste (unvollständig):

House of the rising sun

und 6 Red Horse (vollständig)…

Der Tag danach war entsprechend…die ersten 2 Stunden wach konnte ich nicht laufen, ohne dass mich ein unwohles Gefühl überkam. Irgendwann hab ich es dann auf das Motorrad geschafft und wir sind nach Norden zu einem Wasserfall im Busch gefahren.

Henning hat mir auch seinen Surfspot gezeigt. Der Strand war einsam und einfach schön. Wir waren mit Simeon , Oujah (das ist mit Sicherheit falsch geschrieben) und Red Horse bis zum Sonnenuntergang da.

Da ich leider in Hernani nicht an ein Surfboard gekommen bin, hab ich Hennings Surfsessions meist vom Strand verfolgt und ein paar Fotos gemacht.

Ich habe viele schöne Tag und vor allem Abende auf dem geliebten Balkon verbacht.

Großartig war auch, dass unsere Gasteltern ab Ostersamstag für 1,5 Wochen nach Manila geflogen sind, wir somit sturmfrei hatten und uns in der Küche richig austoben konnten. Vor allem unsere Monsterportion Chili war der Hammer: den größten Topf und alles rein was rot ist und schmeckt.

Essen war bei uns allgemein eine ernstzunehmende Sachen, man sitzt am Tisch, schaufelt Reis und diverse Hauptspeisen in sich rein und schwitzt unheimlich, man isst bis man nicht mehr kann. Deshalb hat unser Chili-Eimer leider auch nur 3 Mahlzeiten überstanden.

Henning hat sich hier oben auch ungewöhnlich schick gemacht, normalerweise trägt man im Haus so wenig wie möglich (= Badehose)

Einen der schönsten Abende dort hatte ich auf jeden Fall auf Dio Island, einer winzigen Insel, 20 Minuten vor der Küste Eastern Samars. Die Insel war bei Flut vielleicht etwas größer als ein Tennisplatz, ca. 30 Meter lang und 10 Meter breit. Dio Island bestand im Ganzen aus einem kleinen Sandstrand und einem großen Felsen, hinter dem mäßgig windgeschützt eine zweistöckige Hütte stand.

Wir haben uns von einem Fischer mit seinem Boot für Benzin und Trinkgeld hinbrigen lassen

Wir haben uns am Hafenmarkt vorher noch einen fetten Tuhnfisch gekauft und natürlich Reis. Oujah hat den Fisch dann vorgewürzt und im Ganzen auf den Grill im 1. Stock gelegt. Der Grill war eine kleine Kuhle im Felsen, auf die ein Kühlschrankrost gelegt war.

Gegessen haben wir von Plastikfolie, Teller hatte niemand mitgenommen und Bananenblätter gabs auf der Insel nicht. Aber dafür einen richtig schönen Sonnenuntergang

Abends haben wir am Strand noch ein Lagerfeuer gemacht, der Fischer hatte uns extra noch Diesel dagelassen. Der ist natürlich sofort lichterloh abgebrannt, nur Feuer hatten wir davon nur für 2 Minuten. Also wieder kleine Stöckchen suchen und das ganze ordentlich machen. Beim Lagerfeuer gabs Rum und Gruselgeschichten aus Hernani.

Für die Nacht haben wir uns oben ausgebreitet und sind neben unserm Grillfeuer eingeschlafen

Die Nacht dort war dann leider relativ unentspannt, ich hatte nur 2 Handtücher, eins für drüber, eins für drunter, und beide zu kurz. Ich bin auch ziemlich oft aufgewacht, weil der Wind mir mein Deckchen weggeweht hat. Henning hat sich die Nacht zwischen Boden und Hängematte aufgeteilt, am Morgen war er ziemlich fertig wegen seinen Ohrenschmerzen. Hier schonmal mein Schlafplatz ( in der Bildmitte / rot) :

Hier nochmal die komplette obere Etage. Links ragt der Fels direkt in die Hütte, da befand sich auch unser Grill. Henning hat noch geschlafen…

Der Fischer hat uns mittags wieder abgeholt und zurück aufs Festland gebracht.

Henning hat mich auch mal mit mir eine kleine Bergtour gemacht, mit unserm Motorrad. Die Strecke war schön aber steinig, eigentlich hab ich damit gerechnet dass wir mindestens einmal hinfallen und ich meine Kamera und/oder Füße einbüßen muss, da ich nur Flipflops hatte..

Man sieht, dass ist hier mehr ein kleines Hernani-Bilderbuch, da Henning ja eher selten dazu kommt Bilder hochzuladen.

Hier also nochmal ein paar Henning-Bilder:

Henning und ein Carabao-Junges (Wasserbüffel)

Henning auf seinem Arbeitsplatz (ein seltenes Bild..)

Als kleines Gastgeschenk hab ich der Familie Schokolade mitgebracht, und als kleines Mitbringsel für uns noch beste deutsche Spirituosen

Vor meiner Abreise haben wir noch eine Nacht bei den Freiwilligen bei Tacloban verbracht. Wir sind vorher in ein kleines Dorf weiter nördlich gefahren, wo es schöne Sundangs geben sollte, die Buschmachete, die dort hauptsächlich für die Kokosnussernte, Küchearbeiten und den Selbstschutz benutzt wird.

Nach einem erfolgreichen Einkaufsbummel waren wir noch schön beim Mexikaner essen in Tacloban. Danach haben wir meinen letzten Abend gemütlich mit den andern Freiwilligen ausklingen lassen. Hier im Bild: Fabian

Und nochmal ein bisschen Henning und diverses:

Ich hatte drei tolle Wochen in Hernani und Umgebung und bin froh dass alles ohne weiteres so super geklappt hat.

Naja die Messer haben sie mir alle am Flughafen abgenommen (und Nein ich hatte die natürlich nicht im Handgepäck). Das hat mich auch ziemlich geärgert, weil ich mich extra vorher informiert hab, und auf der Emirates Internetseite am selben Tag noch nichts von deren neuen Regelungen stand, dass sie seit kurzem keine spitzen Gegenstände im Checked-In Gepäck mehr erlauben… aber was solls 😉

Ich hoffe ich konnte nochmal einen kleinen Einblick in Hennings Leben in Hernani geben.

Björn

4 Gedanken zu „Björn erzählt…

  1. Danke Björn,
    endlich Bilder von Hennings zuhause und Nachbaschaft. Ich freu mich so ihn mal wieder zu sehen. Tolle Bilder…

  2. Super Eintrag Bjoern! 🙂 Ich muss mich auch noch mit einem Eintrag bei all den Leuten bedanken, die dir so klasse Sachen fuer mich mitgegeben haben, zum Beispiel die riesige Kiste BallaBalla von Eike und Anja!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s